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Fruchtbarkeit in Südtirol - 2006
Laut der neuesten Studie des Landesinstituts für Statistik (ASTAT) ist die Fruchtbarkeitsziffer in Südtirol weiter niedrig. 2006 wurden in den Meldeämtern des Landes insgesamt 5409 Geburten registriert. 1965, im Jahr mit der höchsten jemals in Südtirol erzielten Geburtenzahl, waren es fast doppelt so viele. Zehn Prozent der Neugeborenen stammen von einer Mutter ausländischer Herkunft.
Fruchtbarkeitsziffer bei 1,56 Kinder je Frau 

2006 belief sich die Fruchtbarkeitsziffer auf 1,56 Kinder je Frau. Dies liegt deutlich unter dem Grenzwert von 2,1 Kindern pro Frau, durch den ein gleich bleibender Bevölkerungsstand gewährleistet würde. Das letzte Mal, dass in Südtirol ein solch hoher Wert erreicht wurde, war 1975. Da auch immer weniger Töchter geboren werden - im Jahr 2006 waren es 0,8 Töchter je Frau im gebärfähigen Alter -, wird die Anzahl der Geburten weiter zurückgehen. Die Zahl der Töchter ist niedriger ist als jene der Mütter.

Frauen werden später Mütter

Zwischen 1990 und 2006 nahm die Anzahl der unter 30-Jährigen ab, die Kinder bekommen, jene der über 30-Jährigen hingegen zu. Die Fruchtbarkeit der über 30-Jährigen stieg jedoch von 44,1 Prozent im Jahre 1990 auf 58,3 Prozent im Jahr 2006. Zurückzuführen ist dies bei den 30- bis 40-Jährigen besonders auf die einheimischen Frauen: Rund 60 Prozent von ihnen gebären nach dem 30. Lebensjahr, die meisten im Alter zwischen 30 und 34. Das Durchschnittsalter der Mutter bei der Geburt hat sich von 29 im Jahr 1990 auf 31 im Jahr 2006 erhöht.

Ausländische Frauen gebären früher

Während die einheimischen Frauen ihrem Kinderwunsch immer später nachgehen, gebären die meisten ausländischen Frauen ihr erstes Kind bereits im Alter zwischen 20 und 24 Jahren. In mehr als zwei Drittel der Fälle liegt das Gebäralter der Frauen unter 30 Jahren. Im Jahr 2006 verzeichneten die ausländischen Frauen bei der Geburt ein Durchschnittsalter von rund 27 Jahren.

In Südtirol stammt jedes zehnte Neugeborene von einer Mutter ausländischer Herkunft. Der in letzter Zeit verzeichnete Anstieg der Fruchtbarkeit bei den Zuwanderern ist vor allem durch die Familienzusammenführungen bedingt. Die in Südtirol lebende Ausländer können die im Herkunftsland zurückgelassenen Ehepartner und Kinder nachholen.

Uneheliche Einzelkinder liegen im „Trend“

Durch den Fruchtbarkeitsrückgang werden die Haushalte in Südtirol immer kleiner. Laut Statistik liegen Familien mit Einzelkind im Trend. Pro Haushalt beläuft sich die durchschnittliche Anzahl der Kinder auf 1,7. Von den Familien mit Kindern haben über 80 Prozent - in der Stadt Bozen sogar mehr als 90 Prozent - höchstens zwei.

Neben dem Geburtenrückgang geht auch die Zahl der Eheschließungen bei Eltern mit Kindern zurück: Immer öfter werden Familien mit Kindern ohne eheliche Bindung gegründet. Bei fast 40 Prozent der Geburten sind die Eltern nicht verheiratet; im Jahr 1990 lag der Anteil der unehelichen Kinder noch unter 20 Prozent.