Martha Stocker zeigte sich überzeugt, dass bei einer Absicherung von 80 % des bisherigen Gehalts die Väter in einem viel höherem Ausmaß von der Väterkarenz Gebrauch machen würden. Sie brachte als Beispiel Island, wo es 1997 im ganzen Einzugsbereich von Reykjavik nur einem Mann gegeben habe, welcher Väterkarenz genommen habe. 2000 habe man mit Gesetz vorgesehen, dass Männer 3 Monate zu 80 % nehmen können, nun sei der Prozentsatz bereits auf 85 % der Väter, die in Karenz gehen, angestiegen. Gleichzeitig zeichne sich Island durch die höchste Geburtenrate mit etwa 2 aus. Martha Stocker zeigte sich auch überzeugt, dass diese Maßnahme auch zur Stärkung der Familie notwendig sei. Es führe auch zu einem anderen Verständnis für Hausarbeit, bringe mehr gemeinsame Interessen ein, verstärke die Familienbindung und sei auch im Sinne der Chancengleichheit ein großer Schritt nach vorne, weil man damit rechnen müsse, dass nicht nur Frauen bei Geburt eines Kindes für eine bestimmte Zeit zu Hause blieben. Mit der derzeitigen Regelung haben sich in Italien nur 2-3 % Väter für Familienzeit entschieden, was auch nicht verwundert, da die Absicherung nur 30 % beträgt, und dies auch nicht generell. Der ehemalige Minister Tiziano Treu berichtete, dass man in der Tat an solche Maßnahmen denke, allerdings bewege man sich in den Diskussionen bei niedrigeren Prozentsätzen als 80 %. Martha Stocker zeigte sich überzeugt, dass es besser sei, für den Beginn eine kürzere Zeit vorzusehen, etwa 2 Monate, diese aber mit 80 % des bisherigen Lohnes abzusichern.
Auch wurde in diesem Zusammenhang angesprochen, dass für Kindererziehung auch vorzusehen sei, entweder einen um mindestens ein Jahr besseren Durchrechnungskoeffizienten oder die Möglichkeit vorzusehen, mindestens 1 Jahr pro Kind früher in Pension gehen zu können. Auch hier zeigte sich Tiziano Treu einverstanden, verwies allerdings darauf, dass dies wohl in Zusammenhang mit der Angleichung des Rentenalters stehen müsste, was von Seiten der EU auch bereits verschiedentlich angemahnt worden war.
Alle diese Maßnahmen ließen sich auch gut mit den regionalen Rentenmaßnahmen verbinden, welche demnächst erweitert würden, so die Regionalassessorin Martha Stocker abschließend.