42 Prozent der Frauen kehren in die Arbeitswelt zurück
Die Studie des AFI-IPL, die in Kooperation mit der Abteilung Arbeit durchgeführt wurde, und sich mit dem beruflichen Wiedereinstieg nach der Mutterschaft beschäftigt, analysiert den Zeitraum zwischen 2003 und 2005 und ist somit als Fortführung einer früheren Umfrage zu sehen. Im Jahr 2003 kehrten nur 20,8 Prozent der Frauen nach der Geburt ihres Kindes wieder zur Arbeit zurück. 2005 hingegen wagten bereits 42 Prozent der Frauen nach drei Jahren Babypause den Wiedereinstig in die Berufswelt. Auffällig ist das Gefälle zwischen Land und Stadt: 60,3 der Frauen in der Stadt, aber nur 35,9 der Frauen auf dem Land haben laut Studie den Wiedereinstieg geschafft. Zurückzuführen sei das auf verschiedene Faktoren, so etwa die bessere Erreichbarkeit der Arbeitsstelle oder auch das größere Angebot an Kinderhorten in der Stadt.
Wiedereinstieg ins Berufsleben hängt eng mit Bildungsgrad zusammen
Laut Studie kehren heute Mütter mit einem Kind (73,3 Prozent) eher zur Arbeit zurück, als Mütter mit mehreren Kindern (28,6 Prozent). Auch hier hängt die Entscheidung „zurück zum Job“ meist mit dem Thema Kinderbetreuung zusammen. Zudem scheint der Wiedereinstieg ins Berufsleben auch vom Bildungsgrad der Frau abhängig zu sein. Frauen mit einem höheren Bildungsgrad kehren in der Regel eher (nach rund einem Jahr) und auch lieber zur Arbeit zurück.
Teilzeitjob und flexible Arbeitszeit als Lösung
Die Arbeitszeit stellt sich als größtes Hindernis heraus, wenn Frauen entscheiden müssen, in die Arbeitswelt zurückzukehren: Das betrifft sowohl Mütter, die wiederum einem Beruf nachgehen, als auch Mütter, die noch keinen Beruf haben, aber wieder in die Arbeitswelt einsteigen möchten. 78 Prozent der Frauen würden schon nach zwei Jahren in den Beruf zurückkehren, falls sie einen Teilzeitjob ausführen, oder zumindest verkürzte bzw. flexible Arbeitszeiten einhalten könnten. Wobei sogar für 89 Prozent der Frauen eine Teilzeitarbeit die Ideallösung wäre, mit der Präferenz, am Vormittag arbeiten zu dürfen (58,1 Prozent).
Betreuung durch Großeltern
Auch in Südtirol übernehmen in erster Linie die Großeltern die Aufgabe der Betreuung. Öffentliche Strukturen, wie Kinderhorte, werden immer noch wenig beansprucht. Wobei aktuelle Daten ergaben, dass es sehr schwierig ist, in einem Kinderhort einen Betreuungsplatz zu bekommen: nur 7,7 Kinder von 100 werden darin aufgenommen. Laut AFI-IPL-Studie haben 73 Prozent der befragten Frauen in Südtirol angegeben, auf die Hilfe der Großeltern angewiesen zu sein.